Das Projekt

Die Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gab den Anstoß, unterschiedliche berufliche und private Kompetenzen und Erfahrungen zu bündeln und in einem Antrag zu formulieren.

Drei Bereiche wurden verknüpft:

  • Die Erfahrungen in der Arbeit mit Migranten
  • Die Nähe zum Theaterspielen
  • Der Wunsch, Sprachunterricht anders zu gestalten

Der Zufall kam uns allerdings in Form der Bekanntschaft mit zwei Schauspielern zu Hilfe.
Die Rohidee wurde besprochen, für machbar und sogar sehr reizvoll erklärt. Tatsächlich waren die beiden auch bereit, für ein Jahr unsere Mitarbeiter zu werden und im Projekt mitzuarbeiten. Ohne diese Zusage hätten wir das Projekt nicht angehen können.
Die Ausbildungswerkstatt Braunschweig e.V. stellte den Antrag und ... bekam den Auftrag.

Drei Schulen wurden mit Gesamtkonferenzbeschluss
als Kooperationspartner gewonnen.

  • Berufsbildende Schulen IV der Stadt Braunschweig, mit Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule und des Berufsvorbereitungsjahres
  • Schule für Lernhilfen – Kielhornschule,
    mit Schülerinnen und Schülern der 8.Klassen und
  • Die Grund- und Hauptschule Pestalozzistraße,
    mit Schülerinnen und Schülern der 7. und 8.Klassen

Die Grundidee des Projektes ist bestechend einfach: man spielt miteinander. Spielerisch erlernt man die Sprache, spielerisch kann man seine Gefühle, Wünsche und Zukunftsideen ausdrücken. Man kann sich hinter einer Rolle verbergen und doch man selbst sein.

Man lernt, ohne sein Gesicht zu verlieren.
Man ist Teil vom Ganzen, und behält dennoch seine Individualität.

Die Schülerinnen und Schüler der kooperierenden Schulen wurden auf einer Commedy-Aquise-Veranstaltung unserer Mitarbeiter angesprochen und konnten sich freiwillig zur Teilnahme anmelden.
Insgesamt sind pro Schule vier Theaterwochen eingeplant. Die Schülerinnen und Schüler (12 Teilnehmer/innen pro Schule) werden in diesen Wochen vom Regelunterricht freigestellt. Sie sind zwischen 8.00 und 13.00 Uhr im Jugendzentrum Rotation. Dieses Jugendzentrum wurde ausgewählt, da es nach dem Sozialatlas der Stadt in einem Brennpunktstadtteil liegt und sich deshalb dort viele jugendliche Migranten aufhalten. Wir wollten eine sogenannte „szeneninterne Jugendöffentlichkeit“ über diesen Weg schaffen.

Um auch in der jeweiligen Schule die Arbeit der Schülerinnen und Schüler bekannt zu machen, sind sogenannte schulinterne Aufführungen vorgesehen. Außerdem bieten die Mitarbeiter der Ausbildungswerkstatt den anderen Schülerinnen und Schülern einen Theaterworkshop im Rahmen der Projektwochen an.
Als Besonderheit des Projektes haben wir professionelle Filmemacher engagiert, die den Verlauf der Theaterwochen dokumentieren. Der Film wird nach Projektende der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Den Höhepunkt des Projektes bildet der 2. Juli 2004.
An diesem Abend werden die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen ihre Szenen öffentlich vorspielen.